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Rather A Nail Than A Hammer

Installation View, 2023

Rather A Nail Than A Hammer

Installation View, 2023

Rather A Nail Than A Hammer

Installation View, 2023

Andrea

Installation View, 2023

Rather A Nail Than A Hammer, MiArt

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For Miart 2023, Sans titre presents a solo exhibition by Zuzanna Czebatul comprising a series of new paintings and a new bronze sculpture produced at Milan’s Fonderia Battaglia.

The artist has produced her first bronze sculpture, Andrea, inspired by Vulcan, the ancient Roman god of fire, often represented with his muscular arm holding a hammer. Over the centuries this commonly used emblem of craftsmanship and trade became an icon of industry. Czetabul’s work makes reference to its use as the logo of the General Society of Tradesmen and Mechanics of the City of New York. This professional association aims to promote access to education to those in the building and construction industry, who can be said to have quite literally built the sprawling city of New York.

Czetabul reimagines the city as a rock formed over time, with stonemasons and craftsmen representing the forces of nature that led to its emergence. The posture of the arm, which seems just about to strike, is expressly ambiguous: does Andrea create or destroy?
The work’s title, a gender-neutral name, introduces the suggestion that overcoming traditional gender-roles in industry and politics - and thus power - will be necessary to change our means of production towards a more sustainable one.

By producing Andrea in bronze, a classical sculpting material able to endure centuries under harsh conditions, the artist reinforces the work’s themes in its form. The Fonderia Artistica Battaglia, where the sculpture was manufactured, is an institution of the city of Milan, with a reputation dating back centuries for bronze works for the most renowned artists of the era. Manifesting the humanities’ greatest achievements, which have resulted from technological advancement, Andrea carries an progressive yet ambiguous message, linking this icon of industry to a potentially disastrous future.

This major work is presented alongside a series of new paintings, entitled Rather a Nail than a Hammer, a twist of « I am rather a Hammer than a Nail », a song by Simon & Garfunkel. Conceived by the artist, they were produced in oil on canvas by a Chinese factory, specializing in the production of commissions for the European and US-American art markets. These manufactured paintings question the values and the authorship of an artwork. Their own status is challenged and the artist plays with the business to reproduce visual materials and its act of sabotage in our globalized social reality.

The three large-format and single small-sized painting show dented and useless nails, objects known for their robustness rendered touchingly fragile in the works of Zuzanna Czebatul. They refer to the Useless Tree, an ancient Chinese story in modern Taoism, stating « Every man knows how useful it is to be useful. No one seems to know how useful it is to be useless. » The hazardous position of the nails and their weakness depict what the artist believes is a nonconformist method to escape a forced function.



German

Für Miart 2023 präsentiert Sans titre eine Einzelausstellung von Zuzanna Czebatul, die aus einer Reihe neuer Gemälde sowie einer neuen Bronzeskulptur besteht, die in der Mailänder Fonderia Battaglia produziert wurde.

Die Künstlerin hat ihre erste Bronzeskulptur mit dem Titel Andrea geschaffen, inspiriert von Vulkan, dem antiken römischen Gott des Feuers, der oft mit einem muskulösen Arm dargestellt wird, der einen Hammer hält. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich dieses häufig verwendete Symbol für Handwerk und Gewerbe zu einer Ikone der Industrie. Czebatuls Werk nimmt Bezug auf dessen Verwendung als Logo der General Society of Tradesmen and Mechanics of the City of New York. Diese Berufsvereinigung setzt sich dafür ein, den Zugang zu Bildung für Menschen in der Bau- und Konstruktionsbranche zu fördern, die im wörtlichen Sinne die weitläufige Stadt New York errichtet haben.

Czebatul stellt sich die Stadt als einen im Laufe der Zeit entstandenen Felsen vor, wobei Steinmetze und Handwerker die Naturkräfte verkörpern, die zu ihrer Entstehung geführt haben. Die Haltung des Arms, der kurz davor zu sein scheint, zuzuschlagen, bleibt bewusst mehrdeutig: Erschafft Andrea etwas – oder zerstört sie es?

Der Titel des Werks, ein geschlechtsneutraler Name, deutet darauf hin, dass das Überwinden traditioneller Geschlechterrollen in Industrie und Politik – und damit in Machtstrukturen – notwendig sein wird, um unsere Produktionsweisen in Richtung nachhaltigerer Modelle zu verändern.

Indem Andrea in Bronze gefertigt wurde, einem klassischen Bildhauermaterial, das unter rauen Bedingungen Jahrhunderte überdauern kann, verstärkt die Künstlerin die thematischen Aussagen des Werks auch formal. Die Fonderia Artistica Battaglia, in der die Skulptur hergestellt wurde, ist eine Institution der Stadt Mailand mit einer jahrhundertealten Reputation für Bronzearbeiten für einige der bedeutendsten Künstler ihrer Zeit. Als Verkörperung der größten Errungenschaften der Menschheit, die aus technologischem Fortschritt hervorgegangen sind, trägt Andrea eine fortschrittliche, zugleich aber ambivalente Botschaft, indem sie diese Ikone der Industrie mit einer potenziell katastrophalen Zukunft verknüpft.

Dieses Hauptwerk wird von einer Reihe neuer Gemälde begleitet, die den Titel Rather a Nail than a Hammer tragen – eine Abwandlung von „I am rather a Hammer than a Nail“, einem Lied von Simon & Garfunkel. Die Werke wurden von der Künstlerin konzipiert, jedoch von einer chinesischen Fabrik in Öl auf Leinwand ausgeführt, die auf Auftragsproduktionen für den europäischen und US-amerikanischen Kunstmarkt spezialisiert ist. Diese industriell gefertigten Gemälde hinterfragen die Werte und die Autorschaft eines Kunstwerks. Ihr eigener Status wird infrage gestellt, und die Künstlerin spielt mit der kommerziellen Reproduktion visueller Materialien sowie mit deren sabotierendem Potenzial in unserer globalisierten sozialen Realität.

Die drei großformatigen und ein kleinformatiges Gemälde zeigen verbogene und unbrauchbare Nägel – Objekte, die für ihre Robustheit bekannt sind, hier jedoch in Czebatuls Arbeiten auf berührende Weise fragil erscheinen. Sie verweisen auf den „nutzlosen Baum“, eine alte chinesische Geschichte des modernen Taoismus, in der es heißt: „Jeder Mensch weiß, wie nützlich es ist, nützlich zu sein. Doch niemand scheint zu wissen, wie nützlich es ist, nutzlos zu sein.“ Die prekäre Lage der Nägel und ihre Schwäche verdeutlichen, was die Künstlerin als eine nonkonformistische Methode versteht, sich einer erzwungenen Funktion zu entziehen.

Photo: Andrea Rosetti